Sonnenfinsternis

Am 11. August 1999 war es soweit: Seine Umlaufbahn führte den Mond für kurze Zeit zwischen Sonne und Erde. Sein gigantischer Schatten raste mit mehr als dreifacher Schallgeschwindigkeit über unseren Globus. Gegen 11:10 Uhr traf er auf Deutschland. Vögel verstummen, die Temperatur fiel ab, es dämmerte am hellichten Tag. Etwa zwei Stunden dauerte das grandiose Naturschauspiel, und auf seinem Höhepunkt war es für mehr als 2 Minuten im Süden unseres Landes tiefe Nacht. Die Menschen blickten gebannt in die Höhe. Am Himmel stand eine schwarze Scheibe mit einem Ring aus Feuer…………..

……..Aber Wettergott Petrus machte uns in weiten Teilen unseres Landes einen Strich durch die Rechnung und ließ es regnen, das man dachte die Sintflut bricht über uns herein. Also nix war´s mit der Sonnenfinsternis und Millionen Bürgen zogen enttäuscht wieder ab oder schütteten Unmengen von Bier in sich hinein, in der Hoffnung, das es dann auch irgendwann finster um sie werde. Ein paar Tage nach diesem spektakulären Ereignis kam mir dann eine brillante Idee. Warum sollte man sich seine eigene SoFi denn nicht selber machen können. Wieder einmal besuchte ich meinen guten alten Freund Prof.Kandler, um mit ihm, bei einem gemütlichem Gläschen Wein, über dieses Thema zu diskutieren. Nach einer ausführlichen Analyse der Vorgänge außerhalb unseres Heimatplaneten und nach drei Flaschen Wein kamen wir zu einer möglichen Umsetzung unseres Vorhabens, die wir in einer Projektierung festhielten.

Am nächsten Tag machten wir uns mit klarem Kopf an die Arbeit. Folgende, wenige Materialien waren zu beschaffen:

1 Kantholz, Länge ca. 20 cm, Dicke 1 x 1 cm.
1 Stück dicker Pappkarton.

Weiterhin brauchten wir folgende Werkzeuge und Utensilien:

1 mittelfeines Schleifpapier
1 Schere
1 Schwarze Farbe (Es geht auch der alte Mahlkasten aus der Grundschule)
1 Pinsel
1 Alleskleber

Die Ausführung:

Zuerst nahmen wir uns das Kantholz vor. Nach ulkigen Star Wars Imitationen unsererseits bearbeiteten wir es mit dem mittelfeinem Schleifpapier um die Kanten zu glätten und davon stehende Spreißel zu entfernen. Schließlich soll die bevorstehende, eigene Sonnenfinsternis nicht durch aufgeschlitzte, blutüberströmte Hände getrübt werden. Als nächstes kam der Pappkarton an die Reihe. Wir schnitten einen Kreis mit einem Durchmesser von ca. 3-5 cm aus (muß man ausprobieren) und malten diesen anschließend mit schwarzer Farbe an. Als er getrocknet war, klebten wir ihn auf das eine Ende des Kantholzes. Fertig! Unser Versuch konnte beginnen.

Der Versuch:

Wir begaben uns gespannt und voller Erwartung nach draußen. Die Sonne war uns gnädig und bombardierte uns so mit ihren Strahlen, das wir sofort gezwungen waren unsere beim Optiker für Heidengeld gekauften und nie genutzten spezial SoFi-Brillen aufzusetzen. Prof. Kandler probierte es als erster. Er schob unseren künstlichen Mond zwischen sein Gesicht und die Sonne. Noch genau justierend, entglitt ihm ein gellender Schrei der Entzückung und er fiel in einen Freudentaumel, wie ich ihn selten erlebte. Nun war ich an der Reihe, dieses Naturschauspiel zu erleben. Als ich die richtige Position gefunden hatte, durchfuhr mich ein kalter Schauer. War das die versprochene Abkühlung bei einer Sonnenfinsternis oder nur die Tatsache, das wir ein Phänomen der Natur künstlich erzeugt hatten? Herrlich konnte ich die Korona bewundern, die von der Sonne ausging. Auch den sogenannten Diamantring konnte ich durch leichtes Verschieben des Mondes begutachten. Nach ausgiebigen Bestaunen diese Wunders kamen wir zu dem Entschluß, uns diese Erfindung patentieren zu lassen (Patentnummer 32678JK95B) und damit eine Menge Kohle zu machen und demnächst weitere Projekte in Angriff zu nehmen.

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